Steinbock Bestattungen
 
Ihr Bestatter in Berlin



Die Orthodoxe Bestattung

Vorbereitung zur Beerdigung


Die Seele des Menschen ist zu Gott gegangen, sein Körper aber bleibt hier. Er ist von Gott aus Erde erschaffen worden und muss in die Erde zurückkehren. Nach dem Tod wird der Körper gewaschen und bekleidet. Die Hände werden auf der Brust kreuzförmig zusammengelegt: die rechte Hand über der linken. Der Sarg wird mit Weihwasser besprengt. Zu Hause wird der Körper des Verstorbenen mit dem Gesicht zu den Heiligenbildern aufgebahrt, d. h. nach Osten hin, so dass der Tote, könnte er die Augen öffnen, vor sich die heiligen Ikonen sehen würde. In der Kirche kann man ein Band aus Papier und ein Tuch erwerben. Auf dem Papierband ist der Erlöser mit der Gottesmutter und Johannes dem Täufer dargestellt; es ist ein Symbol für den Lorbeerkranz, den der Herr für Seine Gerechten bereit hält. Dieses lange Papierband wird über die Stirn des Toten gelegt. Der Sarg wird mit dem gesegneten Tuch bedeckt als Zeichen dafür, dass der Verstorbene unter dem Schutz der Kirche steht. In die Hände des Verstorbenen wird eine Ikone des Erlösers so gelegt, dass die Darstellung zu seinem Gesicht zeigt.  Sonst braucht man nichts in den Sarg zu legen. Vor dem Verstorbenen wird bis zur Beerdigung der Psalter gelesen. Sofort nach dem Tod, noch vor der Aussegnung, kann man für den Verstorbenen Totengedächtnisandachten (Panichiden) feiern. Am ersten Tag kann man in die Kirche gehen und eine Totengedächtnisandacht bestellen und für die Liturgie einen Zettel mit dem Namen des Verstorbenen (“des jüngst verstorbenen Dieners Gottes...”) abgeben. Panichiden können vor und auch nach dem Begräbnis gefeiert werden. Die Aussegnung jedoch ffindet nur einmal statt.



Die Aussegnung


Nach den kirchlichen Regeln ist es vorgeschrieben, den Verstorbenen in Begleitung eines Priesters vom Haus in die Kirche zu tragen, mit Kerzen in den Händen und unter dem Gesang: “Heiliger Gott, Heiliger Starker, Heiliger Unsterblicher, erbarme Dich unser.” Heutzutage ist dies aber meist nicht möglich: die Kirche ist zu weit entfernt. Deshalb wird der Verstorbene nicht getragen, sondern in die Kirche geführt und für die Aussegnung in der Mitte der Kirche gegenüber der Königstür aufgestellt, mit dem Gesicht zum Altar und den Ikonen. Nach dem Ende der Liturgie werden den Anwesenden Kerzen gegeben (diese sollten vorher von den Angehörigen des Verstorbenen in der Kirche gekauft werden). Die Königstür wird für die Aussegnung geöffnet, und der Priester tritt aus dem Altarraum. Dem Ritus der Aussegnung nach, d. h. der von der Kirche eingeführten Ordnung nach, wird zuerst das 17. Kathisma aus dem Psalter gelesen, danach werden die Troparien für den Verstorbenen gesungen. Zwischen diesen Teilen werden Ektenien für den Verstorbenen gelesen, d. h. Bitten für den eben erst Verstorbenen. Danach folgt der Kanon-Hymnus mit dem Refrain “Lass ruhen, o Herr, die Seele Deines entschlafenen Dieners (oder Deiner entschlafenen Dienerin oder Deiner entschlafenen Diener).” In den Kanon-Hymnus werden auch kleine Ektenien für den Verstorbenen eingefügt. Nach dem Kanon-Hymnus werden die Makarismen (Seligpreisungen) mit Troparien gesungen und die Epistel und das Evangelium gelesen. Nach dem Evangelium wird das Absolutionsgebet gesprochen, in dem die heilige Kirche den jüngst Entschlafenen durch den Priester von allen Flüchen, Schwüren, Verwünschungen und von allen Sünden losspricht (wenn der Mensch vor seinem Tod Zeit gehabt hat zu bereuen). Dieses Gebet, das auf Papier geschrieben ist, wird dem Verstorbenen in die rechte Hand gegeben. Die Aussegnung endet mit dem Abschied vom Toten. Alle, die gekommen sind, um sich von ihm zu verabschieden, verbeugen sich vor dem Sarg bis zur Erde und küssen die Stirn des Verstorbenen, d. h. das Papierband, das auf der Stirn liegt. Während der Verabschiedung singt der Chor Gesänge gleichsam im Namen des Verstorbenen. Nach der Verabschiedung bedeckt der Priester das Gesicht des Verstorbenen für immer mit einem Tuch und streut Erde darauf, d. h. er übergibt den Verstorbenen der Erde. Der Sargdeckel wird geschlossen, die Aussegnung ist beendet. Unter dem Gesang “Heiliger Gott...” wird der Sarg aus der Kirche hinausgetragen und auf den Katafalk gestellt.  Wenn der Priester auf Bitten der Verwandten zum Friedhof mitfährt, wird die gesamte Prozession der Überführung des Verstorbenen vom Katafalk zum Grab mit Beräucherung und dem Gesang “Heiliger Gott...” begleitet. Beim Grab wird eine kurze Litija (Gebet für den Verstorbenen) gefeiert, und der Sarg wird unter Gesängen in das Grab hinuntergelassen. Alle halten dabei üblicherweise brennende Kerzen in den Händen. Der Gesang kann so lange wiederholt werden, bis über dem Grab ein kleiner Hügel aufgeschüttet ist und Blumen und Kränze das Grab bedecken. Jetzt wünschen alle dem Versorbenen das Himmelreich und gehen weg.


 
 
 
 
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